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Bujinkan

Bujinkan

Zur Blütezeit des Ninjutsu existierten gut 70 verschiedene Ryū (Stile). Zu den authentischen traditionellen Ninjutsu-Ryū, die noch gelehrt werden, gehören z.B. das Togakure Ryū, das Gyokushin Ryū und das Kumogakure Ryū. Andere Stile sind teilweise nur noch in Museen anzutreffen. Einige wurden mit der Zeit innerhalb einer Schule zusammengefasst. Überlebt haben schließlich nur neun Ryū.

Takamatsu Toshitsugu, der 33. Soke (Großmeister) des Ninjutsu, der Erbe und Hüter des Menkyo Kaiden (Übertragungsurkunde) über neun Kriegskunsttraditionen starb 1972 im Alter von 85 Jahren. Seine Nachbarn wussten nur, dass er Meister des Kukishinden Ryū war und bei seinem Tod war man überrascht zu erfahren, dass er auch Meister der anderen Ryū und vor allem auch des alten Togakure Ryū Ninjutsu gewesen war.

Er bestimmte seinen Schüler Dr. Masaaki Hatsumi zum alleinigen Nachfolger, zum Repräsentanten und zum Bewahrer der neun Traditionen.

Aufgrund der Vielzahl und der Komplexität der vorkommenden Techniken entschloss sich Dr. Hatsumi, die Techniken nicht getrennt, sondern als Einheit zu lehren. Dieses System nannte er zu Ehren seines Lehrers Takamatsu Toshitsugu „Bujinkan“ (Haus des Kriegsgottes) und die Form der Unterrichtung nannte er „Bujinkan Ninpō Taijutsu". ("Ninpō“ – übergeordneter Begriff für Ninjutsu, „Taijutsu“ – Kunst des Körpers).

Großmeister Dr. Hatsumi Masaaki ist durch das Menkyo Kaiden bestätigter Soke folgender 9 Ryū:

  • Togakure Ryū – Ninpō
  • Kumogakure Ryū – Ninpō
  • Gyokushin Ryū – Ninpō
  • Gyokku Ryū – Kosshijutsu
  • Kukishinden Ryū – Happo Hiken Taijutsu
  • Shinden Fudō Ryū – Daken Taijutsu
  • Koto Ryū – Koppojutsu
  • Takagi Yōshin Ryū – Jutaijutsu
  • Gikan Ryū – Koppojutsu

Von da an offenbarte er die Gedanken und Techniken des Ninjutsu über die ganze Welt. Er nahm Schüler aus westlichen Kulturen auf. Einer der ersten war Doron Navon aus Israel. Dessen direkter Schüler Moshe Kastiel gründete 1987 das Bujinkan Deutschland. Dieses war die erste Vereinigung in Deutschland, die authentisches Ninjutsu unter der Leitung Hatsumis unterrichtete.

Im japanischen Showa-Zeitalter war das Training bei Hatsumi (laut Aussage damals Trainierender) sehr hart und schmerzvoll. 1988 beschloss Hatsumi, den Beginn des neuen japanischen Zeitalters Heisei (friedvoll, ruhig, bzw. einfach werdend), auch auf das Training im Bujinkan wirken zu lassen. Das Bujinkan-Training änderte sich.

1995 benannte er die Unterrichtsform von Bujinkan Ninpō Taijutsu in Bujinkan Budō Taijutsu um. Durch das Budō sollte der Schüler mehr Möglichkeiten erhalten, die Essenz der Kampfkunst zu erfahren.

Für die Graduierung innerhalb seines Trainings etablierte Hatsumi ein Kyū-Dan System. Zuerst gab es 5 Kyū-Stufen und 10 Dan Ränge, später waren es 10 Kyū- und 10 Dan-Stufen. Heute gibt es fünf zusätzliche Rangstufen über dem zehnten Dan, welche die fünf Elemente repräsentieren.

Im Gegensatz zum vorrangig kriegerischen Aspekt dieser Kampfkünste stellt Dr. Masaaki Hatsumi in der heutigen Zeit den geistigen und friedvollen Aspekt in den Vordergrund, welcher nach seinen Worten dazu beitragen kann, mehr Verständnis, Vertrauen und Ehrlichkeit auf der Welt zu bewirken.

Inzwischen existieren weltweit Verbände und Vereine, die Ninjutsu als Kampfkunst anbieten. Die ursprüngliche Organisation ist das Bujinkan Dōjō von Dr. Masaaki Hatsumi, dem 34. und jetzigen Großmeister der neun Ryū.

Darüber hinaus gibt es das Genbukan Dōjō von Shoto Tanemura, der als einer der besten Schüler Hatsumis bereits 1984 nach Differenzen sein eigenes Dōjō gründete. Im Jahre 1998 eröffnete auch Fumio Manaka, der erste Schüler Hatsumis, sein eigenes Dōjō, das Jinenkan. In Deutschland gibt es die von Moshe Kastiel, 10. Dan, geleiteteten Dōjō, in denen Ninjutsu auf traditionelle und moderne Weise auf sehr hohem Niveau gelehrt wird.

Mittlerweile haben viele seiner Schüler die Trainer-Lizenz erworben und unterrichten an verschiedenen Standorten in Deutschland und auch in anderen Ländern. In diesen Dōjō wird nicht nur die traditionelle japanische Kampfkunst trainiert, sondern auch sehr zeitgerechte Full-Kontakt Kampfkünste, die insbesondere Spezialeinheiten der Polizei sowie professionellen Antiterrorgruppen in Deutschland, Europa und USA zur Verfügung gestellt werden.